Zecken

Zecken sind eine Ordnung der Milben und sind blutsaugende Ektoparasiten an Wirbeltieren, darunter auch dem Menschen. Viele Zeckenarten sind bedeutende Krankheitsüberträger.

Die wichtigsten Zecken bei Hunden und Katzen in Deutschland sind der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Buntzecke (Dermacentor reticulatus). Seltener und mehr in Südeuropa vorkommend ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).

Zecken kommen nur zur Blutmahlzeit auf ihren Wirt (Hund, Katze, Mensch etc.). Diese Mahlzeit kann einige Tage dauern.

Entwicklung:

Zecken entwickeln sich vom Ei über ein Larven- und Nymphenstadium zur erwachsenen (adulten) Zecke. Alle Stadien können Blut saugen und die jugendlichen Stadien müssen dies auch, um sich zur nächsten Entwicklungsstufe zu verwandeln. Das erwachsene Weibchen muss Blut saugen vor der Eiablage und stirbt anschließend.

Die unterschiedlichen Zeckenarten, ihr Vorkommen und die von ihnen übertragenen Krankheiten: 

Der Holzbock (Ixodes ricinus) kommt hauptsächlich zwischen März und Juni und zwischen September und November vor, das Vorkommen ist aber stark witterungsabhängig. Infizierte Holzböcke können die Lyme-Borreliose, Anaplasmose und in unserer Region auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Die Saison der Buntzecke (Dermacentor reticulatus) beginnt früher im Jahr und endet später, da sie bereits ab 7 Grad Celsius aktiv ist. Infizierte Buntzecken können die Babesiose auf Hunde übertragen.

Die Braune Hundezecke (Ripicephalus sanguineus) ist in Deutschland zum Glück noch selten, aber sie ist ganzjährig aktiv. Kühle Temperaturen mag sie zwar nicht, aber in Räumlichkeiten wie Zwingern und Tierheimen überlebt sie auch die kalte Jahreszeit. Entgegen ihres Namens befällt diese Zeckenart nicht nur Hunde sondern auch Katzen und Menschen. Leider kann die Braune Hundezecke Erkrankungen wie Babesiose, Hepatozoonose, Filariose, Ehrlichiose und Anaplasmose übertragen.

Wie entferne ich ein Zecke sachgemäß?

Wichtig ist, die Zecke direkt nach dem Entdecken zu entfernen, denn je länger die Zecke saugt, desto wahrscheinlicher ist eine Übertragung der obengenannten Krankheiten. Mit einem speziellen Zeckenhaken lassen sich die Zecken fassen und unter sanftem Zug aus der Haut ziehen. Keinesfalls sollte man sie zuvor mit Öl oder anderen Flüssigkeiten versuchen abzutöten, denn gerade im Todeskampf bringen Zecken ihren möglicherweise infektiösen Speichel vermehrt in die Wunde ein. Doch durch alleiniges Absuchen des Tieres wird keine Sicherheit erreicht, denn zu viele Zecken werden bei dieser Methode übersehen. Oft kann man sie erst Tage nach Beginn der Blutmahlzeit, wenn sie sich mit Blut voll gesaugt und den Hund oder die Katze bereits infiziert haben, erkennen und entfernen.

Kontrollieren Sie die betroffene Hautstelle und die Zecke selbst, vor allem ob der Kopf mit entfernt wurde. Gelegentlich wird der Zeckenkopf durch einfaches Herausziehen der Zecke abgebrochen und es kommt zu einer lokalen Hautentzündung durch den verbliebenen Fremdkörper. Wir bevorzugen beim Entfernen Zeckenhaken, da diese den Körper der Zecke nicht quetschen. Die Zecke speichelt dadurch vermehrt in die Bissstelle, was das Risiko einer Krankheitsübertragung erhöht und zu einer verstärkten Entzündung der betroffenen Hautstelle führt. Vernichten Sie die entfernte Zecke durch Zerdrücken oder Erhitzen (beispielsweise mit dem Feuerzeug). Einfaches Wegspülen der Zecke in den Abfluss ermöglicht der Zecke weiter zu leben und sich weiter zu entwickeln.

Wie kann ich mein Tier gegen Zecken schützen? 

Aus tiermedizinischer Sicht ist das Ziel, dass unsere Tiere überhaupt nicht von einer Zecke gebissen werden und wenn ja, dann der Akt des Blutsaugens so kurz wie möglich andauert. Hierzu gibt es eine Leitlinie mit dem Titel „Leitlinie Verhinderung der Erregerübertragung durch Blut saugende Vektoren bei Hunden“.

Wir wollen Ihnen in unserer Praxis nichts aufdrängen. Wollen Sie unseren Rat bezüglich Zeckenprophylaxe empfehlen wir Ihnen gerne im persönlichen Gespräch ein für Sie und Ihr Tier passendes Produkt und besprechen die diversen Vor- und Nachteile der verschiedenen Anwedungsmöglichkeiten wie Spot-on, Halsband und oral zu verabreichender Präparate. Sollte Ihr Tier mit einem der Produkte ein Problem wie Juckreiz, andere Nebenwirkungen oder Ihrer Meinung nach mangelnder Wirksamkeit haben, so können wir Ihnen Alternativen empfehlen.

Quellen:

© 2019 Copyright - Tierarztpraxis Dr. Sandra Bühler-Leuchte