Flöhe

Flöhe: 

Flöhe sind in Deutschland das ganze Jahr über aktiv. Im Frühjahr und Sommer haben sie auch im Freien Hochsaison, in Herbst und Winter fühlen sie sich besonders in beheizten Wohnräumen wohl. Flöhe sind flügellose, seitlich abgeplattete, blutsaugende Insekten, die durch die Haut stechen und Blut saugen.

Auf dem Körper von Hund und Katze finden sich nur die erwachsenen Flöhe. Diese legen Eier, aus denen sich Larven und Puppen und schließlich neue Flöhe entwickeln. Diese Eier, Larven und Puppen befinden sich jedoch nicht auf dem Tier, sondern in dessen Umwelt, vor allem an Schlaf-, und Liegeplätzen, in Teppichen oder im Auto.

Flöhe – nicht nur lästig, auch gefährlich!

  • Flöhe können zu quälendem Juckreiz führen. Die Patienten beißen sich, es kommt zu Verletzungen und Entzündungen der Haut, teilweise zu schweren Ekzemen.
  • Bei wiederholtem Kontakt mit Flöhen kann sich eine Allergie gegen den Speichel der Parasiten entwickeln, die dauerhaft schwere Hauterkrankungen hervorrufen kann. Bei Hunden ist diese Flohspeichelallergie die häufigste Hauterkrankung überhaupt.
  • Flöhe sind die wichtigste Überträgerquelle von Bandwürmern (Dipylidium caninum). Hunde und Katzen infizieren sich, wenn sie Flöhe bei der Fellpflege verschlucken. Damit gelangt die Bandwurmlarve in den Verdauungstrakt des Tieres und entwickelt sich zum adulten Bandwurm. Daher sollte nach einem Flohbefall immer auch eine Entwurmung durchgeführt werden.
  • Flöhe können mit dem Blut eines Tieres auch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien aufnehmen und diese beim nächsten Saugakt auf ein anderes Tier oder den Menschen übertragen. Denn Hunde- und Katzenflöhe können auch den Menschen befallen.
  • Starker Flohbefall kann besonders bei Welpen und kleinen Tieren zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut (Anämie) führen. Flöhe saugen ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts und stechen bis zu etwa 10 mal am Tag.

Wie sollte ich bei einem Flohbefall reagieren?

Flöhe sind das ganze Jahr über im Freien und/oder in geschlossenen Räumen aktiv. Sie können direkt von Tier zu Tier übergehen. Ausgewachsene Flöhe sitzen im Fell von Hund und Katze. Sie stechen und saugen dann Blut. Nach der Mahlzeit legen die weiblichen Flöhe bis zu 2.000 Eier, die in die Umgebung des Tieres fallen. Hier entwickeln sich aus den Eiern innerhalb von wenigen Wochen neue Flöhe, die Hund und Katze dann wieder neu befallen und erneut Eier legen. Ruhestadien der Flöhe, die Puppen, bleiben noch viele Monate gefährlich. Nur etwa 5% aller Flöhe finden sich als sichtbare Parasiten im Fell des Tieres. Um ein Flohproblem nachhaltig zu lösen, müssen also sowohl das Tier als auch die Umgebung direkt oder indirekt behandelt werden. Dazu muss strategisch vorgegangen werden. Maßnahmen wie Saugen und Wischen von Böden sowie das Waschen von Decken und Kissen sind hierfür sinnvoll. Kissen und Decken sollten idealerweise bei mind. 40-60 Grad Celsius mit einem Waschmittel gewaschen werden. Das Saugen sollte regel-mäßig, bei bestehendem Flohproblem optimalerweise täglich, stattfinden. Die Staubsaugerbeutel werden in zugebundenen Plastikbeuteln über den Hausmüll entsorgt und auch das Auto sollte bei diesen Maßnahmen nicht vergessen werden. Bei stärkerem oder wiederholtem Befall stehen ergänzend Sprays oder Verdampfer zur Verfügung sowie Arzneimittel, die am Tier angewendet werden und dafür sorgen, dass sich aus dem Fell fallende Floheier nicht weiter entwickeln können.

Wie oft behandeln?

Die Lebensumstände ihres Tieres sind entscheidend welche Präparate zum Schutz vor Flöhen und ggf. auch Zecken wie oft angewendet werden sollten.

Entscheidend ist, ob und wie viel freien Auslauf und Kontakt zu Artgenossen Ihr Tier hat, ob bereits ein Floh- und Zeckenbefall vorliegt oder ob es häufiger dazu kommt. Gerne beraten wir Sie.

Wie bemerke ich einen Flohbefall? Den Flohkamm richtig nutzen!

Kratzt sich ein Tier regelmäßig, sollte man überprüfen, ob ein Flohbefall die Ursache ist.

Nicht immer lassen sich die Flöhe mit dem bloßen Auge auf dem Tier erkennen, vor allem bei Tieren mit pigmentierter Haut, dunklerem, langem oder dichtem Fell sind die winzigen Parasiten kaum zu sehen.

Flöhe scheiden im Fell winzige Mengen an Flohkot aus, der unverdautes Blut enthält. Kämmt man das Fell mit einem Flohkamm, bleibt dieser Flohkot im Kamm hängen. Legt man das ausgekämmte Material auf ein feuchtes Tuch und färbt sich dieses um die Krümel herum rötlich, ist dies ein Hinweis auf den Blutanteil im Flohkot. Ein Flohbefall ist damit bestätigt, eine Behandlung notwendig.

Quellen:

© 2019 Copyright - Tierarztpraxis Dr. Sandra Bühler-Leuchte